ALLGEMEINES ZUR BETREUUNG
Die Patienten werden von unserem Team durch 24 Stunden täglich begleitet.
Der Schwerpunkt liegt in der emotionalen Betreuung und praktischen Unterstützung der Jugendlichen und Erwachsenen auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur sinnvollen Lebensgestaltung, sowie der psychotherapeutischen Förderung der personalen Fähigkeiten des jungen Menschen. Es geht uns um die Gefühle, die Selbstannahme, den Umgang des Jugendlichen mit sich selber und der Welt um sie herum, um einen Weg aus der Orientierungslosigkeit. Es geht vor allem auch darum, einen sinnvollen, gangbaren Weg aus der „no future“ Perspektive in
eine erfüllte Zukunft zu finden und um konkreten Beistand in der Umsetzung. Jeder Patient erhält Hilfe bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen die hier und heute auftreten, aber auch noch, wenn er die WG bereits verlassen hat.
SOZIALES LERNEN IN DER GEMEINSCHAFT
Nicht die Einzelmaßnahmen für sich, sondern das Leben in der Gemeinschaft, auch mit den Kindern der Mitarbeiter, schafft ein Milieu des sozialen Lernens und Übens, des gegenseitigen Nacheiferns und des fürsorglichen Umgangs miteinander. Jede Aktivität wird mit den Mitarbeitern abgesprochen und kommt folglich unter therapeutischen Gesichtspunkten zustande. Das gemeinsame Sammeln von Erfahrungen und Austragen von Konflikten soll die Patienten auf die Zukunft vorbereiten. Die Patienten gestalten ihr soziales Gefüge, prägen ihren eigenen Stil, verantworten und organisieren den Bereich ihrer Arbeit und wirtschaften weitgehend selbständig. Dadurch lernen sie, sich zu orientieren, sich einzuschätzen, Ängste zu überwinden, Pflichten zu erledigen und Ausdauer zu entwickeln. Sie lernen Unlust zu überwinden, an die eigenen Grenzen zu gehen, diese zu erkennen und auch die Grenzen anderer zu erfühlen und zu respektieren. Unsere Patienten lernen Zusammenhänge zu erfassen, Wertschätzung und Achtung vor der Arbeit anderer zu entwickeln.
Einer unserer Grundsätze ist es, von der Passivität in die Aktivität, von der Destruktion in die Kreativität und von der Depression in die Lebensfreude zu gehen, aus der „no future“ und „nobody loves me“ Haltung eine in Eigenverantwortung sinnvoll gestaltete Zukunft zu entwickeln, Ziele zu entdecken und Werte zu verwirklichen.
REGELN DES ZUSAMMENLEBENS
Die Regeln des Zusammenlebens sind nicht nur von uns vorgegeben, sondern entstanden in demokratischen Gruppenprozessen und wurden in unserer Hausordnung festgelegt. Das bedeutet, dass unsere Hausordnung flexibel ist und an die Bedürfnisse der Patienten angepasst wird; selbstverständlich halten wir uns an die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes. Wir haben einen Wochen- und auch Tagesplan erarbeitet, welcher in der täglich um 7 Uhr stattfindenden Morgengruppe besprochen wird. Hier wird festgelegt, wer mit wem welche Aufgaben übernimmt, wie Verantwortlichkeiten im Sinne von Team-Work aufgeteilt und getragen werden. Nie sollte ein Patient alleine sein, immer sind wenigstens zwei Personen für eine Aufgabe zuständig, um gegenseitige Unterstützung, Motivation und Hilfestellung sicherzustellen. Bei der Vereinbarung der täglichen Aktivitäten müssen wir uns natürlich grundsätzlich auch nach der Jahreszeit und der Witterung richten. Ebenso wird detailliert besprochen, wann welche therapeutischen Maßnahmen stattfinden. Bei allen Aktivitäten geht es immer auch um Erlebniswerte, schöpferische Werte und Einstellungswerte.
Ein Schwergewicht bilden Aktivitäten wie Hortikulturtherapie, Beschäftigungstherapie rund ums Pferd, Reittherapie, heilpädagogisches Voltigieren etc.
Gruppentherapie, systemische Familientherapie und Einzelgespräche haben Vorrang, wobei den Wünschen und Bedürfnissen unserer Patienten größtmögliche Beachtung geschenkt wird.
Die Gemeinschaft der Jugendlichen kann bei der Lösung von Konflikten und Problemen einen einzigartigen zusätzlichen Nutzen bringen. Von besonderer Wichtigkeit sind die Kontakte zur Herkunftsfamilie des Patienten. Besuchs- und Kontaktregelungen werden (sofern sie nicht schon einer gerichtlichen Regelung unterliegen) gemeinsam mit dem Patienten, dem zuständigen Sozialarbeiter und unserem Team besprochen. Diese familienorientierten Maßnahmen haben als Ziel die Wiederannäherung an die einzelnen Familienmitglieder und die Auseinandersetzung mit den Konflikten innerhalb der Familie, sowie die Vorbereitung der Rückkehr in die Herkunftsfamilie unter geänderten Bedingungen.
